Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.
Unter diesem Begriff fasse ich psychologisch orientierte Techniken zusammen, die zum größten Teil von Edward De Bono publiziert wurden. Sein Werk ist sehr umfangreich, doch es gibt einige Tools von sehr großer Wirksamkeit und Anwendungsbreite.

Ein Beispiel...
Wenn Sie einmal über einem Problem grübeln, ohne zu einem akzeptablen Ergebnis zu kommen, versuchen Sie bitte Folgendes:

Formulieren Sie das Problem möglichst knapp, idealerweise in einem Wort (Substantiv). Es reicht auch das Wort, das den Kern des Problems, das Objekt benennt. Nun kombinieren Sie dieses Wort mit einem zufällig gewählten Substantiv (aus Zeitung oder Wörterbuch blind ausgewählt) und stellen sich beides zusammen vor. Je unsinniger die Kombination erscheint, um so besser. Warten Sie ein paar (~3) Minuten ab, ob Ihnen zu dieser Kombination etwas Interessantes einfällt.

Mit großer Wahrscheinlichkeit hatten Sie ein paar ungewöhnliche Ideen zu Ihrem Thema, vielleicht sogar eine nützliche. Warum funktioniert dieser simple Trick? Er war übrigens in ähnlicher Form bereits im Mittelalter als "Bibelstechen" bekannt, und heißt heute "Zufallswortmethode" oder "random stimulus".

Unser Verstand nutzt eine Art Mustererkenner. Wenn wir ihm etwas Bekanntes vorlegen, liefert er für eine große Menge verschiedener, aber ähnlicher Objekte (z.B. verschieden dargestellte Buchstaben "A") immer dasselbe Ergebnis ("A" in diesem Beispiel), solange bestimmte Eigenschaften des Objektes hinreichend ausgeprägt sind. Das ist zum schnellen Lesen oder Erkennen von Gefahren sehr nützlich, kann aber in die Irre führen, wenn das Ergebnis einen oft ausgeführten Denkvorgang startet. Denken Sie hier z.B. an Fachbegriffe und die mit ihnen verbundenen unbewußten Assoziationen. Wenn Sie sich einmal auf dem eingefahrenen Gleis bewegen, ist es sehr schwer, davon herunterzukommen.
Durch das gleichzeitige Präsentieren von zwei Begriffen, die in unserer Erfahrung nicht zusammengehören, umgehen wir den Mustererkenner, denn er kann mit dieser Kombination nichts anfangen. Die Verarbeitung muß auf einer anderen Ebene stattfinden, wenn wir bei der Gleis-Analogie bleiben, sehen Sie nun sozusagen von oben auf den Rangierbahnhof, statt in einem dahinrollenden Wagen zu sitzen... Wichtig bei der Anwendung der Zufallswortmethode ist,  daß ein wirklich zufälliges Wort verwendet wird, und nicht nach einem Passenden gesucht.

In die Gruppe der Denkwerkzeuge fallen auch Techniken zur gezielten Provokation ("po"), zur Ausrichtung der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung (PMI, OPV, C&S...), zur Bewahrung paralleler Alternativen statt einer Gut/Schlecht Entscheidung auf jeder Ebene des Denkprozesses, zur zeiweiligen Annahme bestimmter Rollen (Optimist, Kritiker...) in Diskussionen. Für meine eigenen Projekte und Seminare habe ich einige Techniken ausgewählt, die für möglichst viele Fälle und mit wenig Vorbereitung anwendbar sind.

Faszinierend finde ich, daß Be Bonos Techniken TRIZ und ARIZ sehr gut ergänzen. Besonders in der Phase der eigentlichen Lösungsfindung setze ich sie immer wieder gerne ein.